Ja, es gibt auch diese.

Ich bekam eine Anruf einer Frau aus Fi... Sie hat seit einigen Wochen einen Mauersegler, der nicht zunimmt.

Auf meine Frage, ob es ein Alt-oder-Jungsegler sei, konnte sie nur fragen, woran man das denn erkenne. Es war ein Altsegler!

Nun gut, die Mauerseglerklinik In Frankfurt hatte ihr meine Nummer gegeben, weil ich mir den Vogel erst mal ansehen sollte.

Der Frau gegenüber kündigte ich gleich an, dass sie ihn nicht wieder bekommt.

Sie nimmt ihn jeden Tag mit zu Arbeit, in einem Karton.  Er würde gern Rad fahren....
Er wiegt nur 32 Gramm.


Als ich was sagte von Abdunkeln und Ruhe, meinte sie, dass sie sich schon wunderte, dass er immer unter die Papiere auf dem Schreibtisch kroch.

Ich musste mich stark beherrschen, um nicht auszuflippen.

Er durfte auch in ihren Ausschnitt krabbeln und wurde mit zum Kaffee aus - und vorgeführt.

 

Dazu ein Zitat, von der Seite der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e. V.

 

=>  Ein Mauersegler ist kein Schoßtierchen!

Mauersegler kennen den Menschen nicht als Feind. Sie reagieren beim Kontakt mit Menschen angstlos, ihnen fehlt die angeborene Scheu, die wir von anderen Wildvögeln kennen. Dies kann dazu verführen, einen Mauersegler wie ein Haustier oder Familienmitglied zu behandeln. Im schlimmsten Fall treibt die Vermenschlichung des Pfleglings solche Blüten, dass die Finder "ihren" Mauersegler nicht wieder hergeben wollen und sich weigern, ihn freizulassen, da er ja so zahm sei. Etwas Schlimmeres kann man dem geselligen Dauerflieger wohl nicht antun. Vergessen Sie nie, dass Sie, wenn Sie einen Mauersegler pflegen, das freieste Tier unter Gottes Himmel für eine Weile in Ihrer Obhut haben und ihm helfen dürfen, in seinen angestammten Lebensraum zurückzukehren.

"Ihr" Mauersegler gehört Ihnen nicht, sondern allein sich selbst.

 

Am Sonntagvormittag dann das ganze Elend!!!!!

Der Vogel stank fürchterlich. Immer wieder hantierte die Frau mit dem Segler oder seinem "Lieblingshanttuch" (welches auch entsorgt wurde), bis mein Mann den Vogel wegbrachte. Er setzte ihn in eine Box,warm, weich und abgedunkelt.

Die mitgebrachten Futtertiere waren, bis auf die Lebenden, alle verdorben.

Für mich war das ein aussichtsloser Fall. Also entschied ich schnell, er muß nach Frankfurt.

Er ist dort dann in der Nacht zum Montag angekommen. Begleitet hat ihn natürlich dieser beißende Gestank. Alles, womit er in Berührung kam, wurde sofort entsorgt.

Ich tat das gleiche schon ein paar Stunden eher. Denn ich habe noch gesunde Segler hier, es war mir zu riskant, dass ich sie infiziere.

Er wurde gewaschen, bekam Infusionen. Momentan kann noch niemand sagen, ob er dieses Martyrium überleben wird.

Er hat eine starke Magen Darm Infektion.

Er hat eine Verletzung an der Schulter, die zu alt ist, mindestens 6 Wochen zu alt.

Immer wieder betonte die Frau, dass er sehr munter sei, dazu sollte man diesen Text lesen:

Originaltext  Deutsche Gesellschaft für Mauersegler e. V.

=> Fundsegler lebhaft-aktiv = Achtung, hier stimmt etwas nicht!

Häufig berichten uns Finder, "ihr" Segler sei lebhaft und tobe in seiner Box herum. Dieses Verhalten wird intuitiv meist als positiv gewertet, während ein ruhig in der Ecke seines künstlichen Nests sitzender Segler mit Sorge betrachtet wird. Doch das genaue Gegenteil ist oft angesagt! Ein satter, unverletzter Segler sitzt in aller Ruhe in seinem Nest, während bis kurz vors Verhungern abgemagerte Segler unter Aufbringung ihrer letzten Kräfte versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Wenn Ihr Segler ein solches Verhalten zeigt, kontrollieren Sie sofort seinen Ernährungszustand

 

Die Klinik überlegt nun, ob gegen diese Frau Anzeige erstattet wird.

Diese Frau hat gegen alles verstoßen, was der Tierschutz vorschreibt.

 

Ich bin total erschüttert und sprachlos.......

 

Und hier ist der arme Vogel

 

 

Inzwischen geht es ihm gut, er wurde umbenannt, von Eddi (ursprünglich Eduard) in Robin, ein neues Leben, ein neuer Name.

Er hat sich super erholt und soll sehr gut aussehen, nicht mehr ein bisschen traurig.

Und wenn alles gut geht, wird er mit dem Flieger nach Spanien gebracht und darf dort endlich starten.

Und wenn in der Klinik der Streß nachläßt, bekommen wir vielleicht noch ein Foto

 

Zusatz

 

Robin mußte eingeschläfert werden, er würde nie fliegen können. Seine Verletzung in der Schulter konnte nicht geheilt werden.

  Ich bin wütend und traurig