21.06.2011

Ich ging durchs Haus und hörte einen Vogel piepsen, war schon seltsam.

Ich durchsuchte alles, aber ich fand nichts. Ich dachte, nun hat es mich erwischt, ich habe Halluzinationen.

Abend kam mein Mann von der Arbeit. Noch auf halber Treppe sagte er, "hast du wieder einen Vogel".

Ich fragte, hörst du das also auch......

Auf dem Dachboden fanden wir den Vogel.

Ein Anblick, der mich zutiefst schockierte.

Ein Nestling, oder schon fast ein Ästling, hüpfte auf einem Bein und schrie. Am anderen Bein hing sein totes Geschwisterchen.

Es stank schon nach Verwesung.

Tierarzt war keiner erreichbar, es war nach 18 Uhr. Aber es war noch hell genug. Mein Mann sagte, das er das macht.

Er schaffte es und befreite den Kleinen von diesen Leichnam.

Das Bein wird er verlieren, aber Felix wird leben. Im Moment ist er noch traumatisiert, frißt und trinkt aber gut.

 

 

Und so sieht sein Beinchen aus

 

 

Und hier der Anblick, der mich schockierte

 

 

Nun heißt es abwarten.....

Den Namen bekam er von meinem Enkel und er paßt doch gut, den Felix bedeutet, der Glückliche. Ich hoffe sehr, er wird es sein.

 

23.06.2011

 

Am Morgen ist Felix besonders aktiv, er flattert heftig und piepst, wie es ein Hausrotschwanz tut.

Hab ihn gewogen, 14,2 Gramm bringt er immerhin schon auf die Wage.

Der Schwanz sieht arg mitgenommen aus, auch ist er am Unterbauch fast nackt. Diese kommt von seinem Kampf, ums Überleben, auf dem Dachboden

Fütterungen gehen noch etwas gezwungen ab, er öffnet den Schnabel nicht allein.

Aber er ist sehr flott unterwegs mit nur einem Bein, gestern ist er mir entwischt und flüchtete unters Bett. Mit Hilfe eines Nachbarn, konnte ich ihn da wieder vorholen.

 

24.06.2011

Felix wird immer munterer, er klingt auch schon richtig gut.

Nun ist er im Vogelkäfig, wo er schon heftig das Fliegen übt.

Er kann auch schon auf einer Stange sitzen, aber das Nest zieht er noch vor.

 

 

 

26.06.2011

 

Seit heute Nachmittag sperrt er, ich muß ihn nicht mehr in die Hand nehmen zum Fütter.

Was für eine Freude. Aber auch ein Zeichen, das sein Trauma sehr tief saß.

Das Bein kann er bewegen, die verdrehte Kralle fällt grad von allein ab.

Ich werde ihn nicht operieren lassen, er kommt ganz gut zurecht.

 

Hab hier mal ein kleines Video gemacht:

 

28.06.2011

 

Die Kralle ist wie erwartet abgefallen. Sein Stummelchen kann er gut bewegen und nutzt es auch.

Ich freue mich vor allen, dass er so gut frißt und empfängt mich inzwischen so:

 

 

Das Küchtuch wird nach jeder Fütterung gewechselt, also keine Sorge, er kommt nicht im Dreck um.

Er hat seinen Lieblingsplatz am Fenster. Wollte ihn gestern ins Ballhaus bringen, aber das mochte er nicht, flatterte aufgregt, stundenlang und fraß nicht. Also zurück ans Fenster.

 

Nun ist er wieder zufrieden

 

 

30.06.2011

 

Felix ist ein Morgemuffel. Nein, er mag früh nicht so doll fressen, 2 Heimchen reichen. Also gehe ich bis 11 Uhr alle halbe Stunde 2 Heimchen füttern.

Ab dann geht es wie geschmiert, alles was auf dem Teller ist, nimmt er mir ab.

Er wirft die Schwanzfedern ab, sie waren je sowieso arg mitgenommen.

Ansonsten geht es im gut.

 

Fotos folgen....

Leider mit etwas Verspätung, Rudi will auch sein Recht

 

 

Er kommt gut zurecht. Ab und zu blutet der Stumpf etwas, darum hat er forübergehend einen Schuh an

 

 

Ist nur ein Stück von einem Trinkröhchen, stört ihn garnicht. Er versucht immer auf einem Ast oben zu sitzen, ich denk, das er sich dort aufreibt.

 

Inzwischen frißt er pro Mahlzeit mal so locker 10 Heimchen und 1 Drone, außer früh, da mag er kleine Mahlzeiten.

 

 4.Juli 2011

Es ist richtig schön, so empfangen zu werden. Wenn ich das Zimmer betrete, rufe ich seinen Namen, sofort kommt Antwort und mit wilden Tanz und offenen Schnabel, bettelt er lautstark. Es ist einfach herrlich

Er duldet leider niemand anderen in seiner Nähe, daher kann ich davon keine Fotos machen.

Aber er übt fleißig das Fliegen

 

 

Sein Bein benutzt er auch ganz prima

 

 

 

Ja, das war es dann wohl!

Solche Abschiede tun am meisten weh, Abschiede, die nicht geplant waren.

Ich weiß, dass Felix es allein schafft, schließlich fraß er schon allein, konnte blendend Fliegen und auch auf einem Ast sitzen.

Zu gern hätte ich ihn von meiner Hand in die Freiheit entlassen, aber nein, er ist ein Kämpfer, er wollte jetzt!

 

Alles Gute Felix, machs gut!

 

Nachtrag!

Ich habe Felix wiedergesehen, er hat es also geschafft. Er saß ein paar Meter von mir entfernt, auf dem Dach und putzte sich.