Meine Katzendamen

 

Irgendwie kam ich zu den Katzen, wie eine Jungfrau zum Kind.

 

“Wuschel” war eigentlich bei meiner jüngsten Tochter zu Haus. Doch die zog dann nach Berlin und vorerst musste die Katze hier bleiben. Ein Nachbar wollte sich um sie kümmern. Aber er tat nichts.

 

Als  ich in ihre Wohnung ging, um nach dem Rechten zu sehen, fand ich Schlimmes vor. Das Katzenklo war kurz vorm Überlaufen, das Futter verschimmelt, nichts zu trinken da, einfach nur grauenvoll! Ich  machte alles sauber, stellte frisches Wasser und Futter hin und wollte gehen. “Wuschel” saß im Korridor, ihr Blick sprach Bände. Und ich sah  nur noch ihre traurigen Augen.

 

Ich  bin dann erst mal nach Haus, telefonieren, mit meiner anderen Tochter, sie hatte selbst 3 Katzen. Sie sollte mir bitte helfen. Und sie kam sofort. Wir packten alles zusammen und holten “Wuschel” dort raus. Sie war  so froh, saß  im Auto am Fenster. In  meiner Wohnung war sie sofort zu Haus! Nichts, aber auch nichts würde sie hier  wieder fort bringen. Durch den langen Wassermangel hatte sie dann Nierenversagen, aber sie hat es gut überstanden, nun ging es ihr nur noch richtig gut.

 

2  Jahre später bekam ich eine ABM. Ich wollte auf keinen Fall, das “Wuschel” den  ganzen Tag allein ist. Also sollte eine zweite Katze her. Aber noch hatte ich ein paar Wochen Zeit. 

 

Eines Nachmittags stehe ich am Fenster und sehe unten, nahe der Straße etwas graues. Ich musste runter, auch wenn das Ergebnis schon vorher feststand. Eine kleine Katze, dürr, dreckig, voller Zecken und  Flöhe Ich hatte einen kleinen Kater auf der Straße gefunden, ca. 8 Wochen alt.. Zuerst gab ich ihm Wasser, aber er hatte offensichtlich sehr großen Hunger. So stellte ich ihm Katzenfutter hin und  so etwas hatte ich noch nie gesehen, er überfraß sich fast. Das arme Wesen tat mir in der Seele leid.

 

Wieder rief ich meine Tochter an, sie kam sofort. Wir  badeten den Wurm und stellten fest, er war schneeweiß, bis auf einen kleinen  schwarzen Punkt unter den linken Auge. Aber er hatte Durchfall, die Zecken und Läuse bekam ich allein auch nicht in den Griff. Wir nannten ihn “Morkel”, weil er so schmutzig war. (morkel bedeutet in unserer Gegend: schmutzig)

 

Wir  fuhren in das hiesige Tierheim. In den vielen Boxen saß nur eine Katze und  trotzdem wurden wir abgewiesen, wegen Überfüllung! Die Zecken wurden entfernt, ich bekam ein Spray gegen die Flöhe und wurde wieder nach Hause geschickt.

 

Dann rief ich das Tierheim in Cottbus an. Und die waren sofort da. Sie nahmen ihn mit und wir besuchten ihn jedes Wochenende. Er war sooo liebebedürftig.... . Es stand fest: Er kommt zu uns, wenn er gesund ist! Im Tierheim hatte  er einen schlimmen Namen, “Knochenkalle”, weil er absolut nicht zunahm. Nach der ersten Untersuchung stand fest, er hatte wohl noch nie einen schönen Tag in  seinem Leben. Er wurde getreten, angefahren, hatte fast nichts zu fressen und nichts zu trinken gehabt. Nach 4 Wochen dann ein Anruf aus dem Tierheim: Er hat es nicht geschafft!

 

Das  Wochenende danach fuhren wir in ein großes Tierheim. “Wuschel” brauchte doch nun  dringend Gesellschaft.

 

Und  wir fanden SIE, unsere “Morkel”! Den Namen gaben wir ihr im Gedenken an den kleinen Kater....

 

Ja,  nun ist alles fast bestens. Bei “Morkel” stellte sich nach fast 6 Jahren Epilepsie  ein. Aber wir leben damit.

 

 

 

Ich  liebe meine Katzen und möchte keine missen, denn sie sind ein Teil meines  Lebens!

 

Und doch mußte ich eine gehen lassen!

Morkel war zu krank geworden, eine alte Rückenverletzung machte ihr immer mehr zu schaffen. Sie hatte nur noch Schmerzen, konnte kaum noch laufen.

Auch wenn es verdammt weh tat, ich mußte es tun!